CD 1
1.) Die Guhl Material Sekte - Hamburger Immobilen Symposium
2.) Frau Kraushaar - Tuperte (School of Zuversicht Remix)
3.) Hans Unstern - Viktor Marek's "be my Parachute" Rehmix
4.) Einbahnstrasse - Maugenlütter x 14b
5.) Eule & Daddel - Der Muschikatzenmann
6.) Fuhlbrügge Rellöm/ Rellöm Fuhlbrügge - Haushaus
7.) Sebastian Dürre - Apple für Oma
8.) Thomas Baldischwyler - Hier kommt Alex
9.) Raf & Superdefekt feat. Schorsch Kamerun - Sexzwerg
10.) Superpunk - Man kann einen ehrlichen Mann... (Rüftata110 Remix)
11.) Porky feat. Benjamin Dibaba - Taxi to Pudel
12.) Sab Janoh & O-Mann O - Staubsauger (Robag Wruhme s 2010er Tulpa Ovi Sauger)
13.) Gustav - Rettet die Waale (Daedelus Remix)
14.) The Internal Tulips - Songbird
15.) John Callaghan - Es zieht mich runter (Get me Down)
16.) Das Pudel 1x1
CD 2
1.) Richard & Jakobus - Fisch
2.) Efdemin - Acid Bells (Martyn Bitter Sweet Remix)
3.) Christian Naujoks - East End Boys
4.) Wols - International
5.) Springintgut - Ikea because you do
6.) Beat le mot - Du bist da
7.) Viktor Marek & Jacques Palminger - Tüdeldub (Shackleton Remix)
8.) Studio Braun - Joy
9.) Die Golden Zitronen - Positionen (Monolake Remix)
10.) Harald Sack Ziegler - Wer hat den Pudel ?
11.) Pollyester - German Love Letter
12.) Bruno and Michel are Smiling & Skipperrr - Uncontrollable Urge
13.) Schwabinggrad Ballet - Die Einwohner von Wow
14.) Augsburger Tafelconfect & Lol Coxhill - Sandwichchen
15.) Pudel Apparat - Nuclear War (The Alter Destiny)

Jede Nacht passiert dasselbe Geile drunten am Hamburger Hafen. Spätabends werden da im Golden Pudel Club die Nachthäute auf Kante gespannt. Unter Sirren, Gemurmel und Vermeidungsschmerzen öffnet sich das Knusperhäuschen. Verdaut kurz, seufzt und kneift sich selber am Ohrläppchen.
Aber nützt ja nichts. Der allnächtliche Zeitsturz wird wieder kommen. Auch heute. Das ist unvermeidlich und amensicher. Hinter den Bergen der Gewöhnlichkeit rauchen die Pudel seit schon 21 Jahren nicht zu knapp!
Hier reiten sich die Schusterjungen und Hurenkinder wieder das Fleisch warm. Genau dafür hängen die Fühlfäden an der Decke. Genau dafür baumelt gleich die Musik rein. Zu der kommen wir später.
Erstmal versucht die gewohnte Mischung aus Maulaffen und Seelenkäufern Dir die Hoden abzubeißen. Einer spinnt immer. Das volle Programm. Dazu der übliche Kintopp: Die Sklaven der eigenen Lenden und die Dromedare lassen sich menschlich aufeinander ein. Sexual gesehen sicher das beste, was einem passieren kann. Wozu sind sonst Kriege da?
Vice versa: Vernunft, Mäßigung und die ganze andere Durchmogel-Scheiße, die sich die Fahrer der Coca-Cola-Trucks am Steuer mit einem wodkagetränkten Tampon im Po ausdenken, zerbrechen immer in der luftleeren Luft im Golden Pudel Club. Immer.
Schon fast Mitternacht. Wer sich im Zweitberuf noch kein Zubrot als Voodoo-Puppe verdient, spürt nun alsbald ungewohnte Stiche im Rücken. Was kommt denn da herein? Was vernehmen unsere Sinne?
Erst ertönt eine feine Saitenmusik. Und dann reißen urplötzlich 2 Saiten entzwei und es dröhnt ganz dumpf durch den Raum: Endlich ist eine DJ mit ihren eselsohrigen Schallplatten da - wie das schon Blasen wirft, die Spannung kann sich getrost mit so was wie sieben dicken Seemöwen messen. Nur mal so als Vergleich.
Und dann geht es los. Ihre tiefe Schubkarre hängt an 4 Gummibändern, aufgespannt über der Tanzfläche. Hier im Mittelpunkte von allem verknoten sich die Sehnsüchte und Hoffnungen einer ganzen Generation, der Generation Hicks. Entschuldigung, das waren natürlich Quatschformulierungen wie im Feulileton oder wie das heißt! Aber muß man sich auch mal gönnen können.
Zurück in den Golden Pudel Club! Wo das Klimpergeld der Menschheit ewig kreist. Wo inzwischen das Milieu einer neuen Ära das verschwitzte Gesicht gibt. Wo jeden Abend die Globoli zum Bahnhof gerollt werden.
Und es sind ja wirklich alle wieder da. Tante Tine, der Leuchtturmwärter, Knubbel, die Fee ohne Vaseline, die Schweinejungen und die andere individualisierte Masse. Kurz: der menschliche Frontispitz, die Rückseite der Schmutzseite.
Und ihr Getanze ist gewiß für sie alle ein Traum. Aber besser als die Realität!
Wird es hell, schüttelt sich das einst aus den Hüftknochen von Verbrechern erbaute Holzgebäude mit gutem inneren Kern. Die Elektrizität fällt ab. Der Grundton hallt noch weiter in den Taxis, in den Spucken und in den Wolken der Zeiträuber.
Ja, der Golden Pudel Club. Hat er es wieder geschafft.
Ich könnte jedes Mal vor Freude weinen, wenn ich diesem schwarzen Schneelämmchen auf der Pfarrwiese begegne.
Ehrlich.
Gereon Klug (32), irgendwas mit Medien
PS: Die Musik auf dieser CD bildet all das ganz gut ab. Derartiges ist ja eigentlich gar nicht zu fixieren.
